Sie finden keine neuen Mitarbeiter? 5 Punkte zum Nachdenken für Unternehmer & Manager

Eines der Dauerbrenner Themen für jeden Betrieb – es fehlen die Leute! Frustrierte Chefs, die nicht mehr wissen, wie sie den Laden am Laufen halten sollen. Keiner will mehr arbeiten, es geht nur noch um Work-Life Balance und die Generation Z klebt lieber auf der Straße.

So oder so ähnlich kann man die Situation zusammenfassen. Zumindest aus deren Perspektive.

Aber, ist das wirklich so (einfach)?

Es fehlen die Mitarbeiter?

Erst letztens saß ich mit ein paar Bekannten – fast allesamt Unternehmer – zusammen und jeder hat sich in der Disziplin „Jammern“ zu neuen Höchstleistungen anspornen lassen.

Innerlich dachte ich mir nur: „Wenn dieser Elan mal an den Tag gelegt werden würde, wenn es um Mitarbeiter Akquise oder Mitarbeiterführung geht.“

Es gibt aber auch immer wieder Betriebe, die es anders machen. Klar, sind auch die von der aktuellen Situation betroffen. Aber bei weitem nicht in diesem Ausmaß.

Das sind aber meistens auch jene, die sich schon vor dieser Krise Gedanken gemacht haben über ihre Leute – und nicht erst als das Personalangebot in den Keller gerauscht ist.

Jene Betriebe, die nun möglichst glaubhaft versuchen zu artikulieren, dass „uns die Mitarbeiter natürlich extrem wichtig sind“ erreichen eines mit Sicherheit nicht: Glaubwürdigkeit.

Wenn ich mit den Unternehmern und Mangern rede fallen dabei ein paar Sachen ganz besonders auf.

Mitarbeiter Rekrutierung – alles wie immer, oder?

Es werden nach wie vor dieselben Stellenanzeigen geschalten. Vielleicht noch leicht aufgeschmückt um Trend-Begriffe wie „flexible Arbeitszeiten“ oder „Home-Office Möglichkeit“.

Aber dennoch – die Stellenanzeigen sagen oft wenig bis gar nichts aus, sprich haben keine Aussagekraft. Das animiert jemanden der gefragt ist nun nicht wirklich.

Kurz rum: Alles beim alten, nur steigen gerade gute Mitarbeiter auf so etwas überhaupt nicht mehr ein.

Die suchen nämlich ganz andere Informationen – wie zum Beispiel: Wie ist das Unternehmen eigentlich wirklich? Wie ist das Team, wie wird gearbeitet? Was kann ich dort eigentlich einbringen?

Dazu natürlich – und das betrifft vor allem die Jüngeren Leute – werden ganz andere Kanäle aufgesucht, um sich diese Fragen zu beantworten (ich sag jetzt nicht einfach nur „Social Media“).

Die Firmen, die endlich anfangen pro-aktiv ihr Unternehmen zu präsentieren werden in Zukunft auch deutlich bessere Chancen auf gute Leute auf dem Jobmarkt zu haben.

Aber das verstehen bis jetzt nur die wenigsten.

Fachkräfte suchen nicht aktiv, sind aber durchaus wechselwillig

Es haben hoffentlich nun alle verstanden, dass wir einen Arbeitnehmer-Markt haben. Das wird sich schon alleine aufgrund der Demographie nicht so schnell ändern.

Einer der Gründe, die dauernd angeführt werden – es sucht ja keiner!

Das stimmt auch so im Wesentlichen, ist aber nur die halbe Wahrheit wie eine Studie im Auftrag von karriere.at herausfand.

Denn: Gut ein Drittel der Befragten gaben an, zwar nicht aktiv zu suchen – aber im Fall der Fälle offene Ohren für etwas Neues hätten.

Das passt wunderbar zum vorigen Punkt. Wer nicht sucht, wird auch keine Inserate lesen. Egal wie gut sie vielleicht geschrieben sein mögen.

Daher gilt: Ein Unternehmen muss sich selbst ins Spiel bringen und potentielle neue Mitarbeiter dazu bringen sich zu denken: „DA will ich hin!“

Wer tut aktuell so etwas schon?

Bewerbungsprozess aus dem Jahre Schnee

Wenn dann doch mal ein Kandidat auf die Idee kommt, sich zu bewerben – folgen gleich die nächsten Hürden.

Unzählige Mal wohin klicken, Dokumente in zig Formaten zusammenbasteln nach undurchsichtigen Vorgaben, und, und, und…

Warum macht man es so kompliziert? Und vor allem, so sagenhaft intransparent?

Ich bekomme immer wieder mit, dass Kandidaten einen Prozess abbrechen, weil es einfach zu mühsam und kompliziert ist, und einfach keinen Sinn zu machen scheint.

Bewerbungen über ein Smartphone und in weniger als 10 Minuten? Puh, das ist meist schon eine unmögliche Mission.

Aber selbst wer es soweit geschafft hat ist längst nicht am Ziel!

Frustrierte Bewerber

Denn: Der eine schickt ein automatisiertes Mail, dann aber lange nichts (ich dachte wir haben einen Fachkräftemangel, oder nicht?). Der nächste braucht überhaupt mal mit seinen internen Prozessen Tage bis sich was bewegt.

Ganz ehrlich – ich verstehe, dass viele hier sprichwörtlich einfach „aufgeben.“

Was sagen ihre eigenen Mitarbeiter

Eine Frage, die sich Manager und Chefs mal stellen sollten ist, wie die bereits im Haus befindlichen Mitarbeiter eingesetzt werden können für die Rekrutierung.

Damit meine ich nicht nur die übliche 500€ Prämie, sofern einer jemanden erfolgreich empfohlen hat.

Aber fragen sie sich mal, ob sich die eigenen Mitarbeiter so wohl und zufrieden im Unternehmen fühlen, dass sie als Testimonial auftreten würden.

Denn selbst wenn die Rekrutierung funktioniert, wenn neue Leute nach 3 Monaten im selben „Trott“ der anderen sind – dann kann sich jeder ausrechnen was passiert.

Die wirkliche Frage ist: Würden meine Mitarbeiter ihren besten Freunden empfehlen, in unsere Firma einzusteigen?

Aber wenn die eigenen Mitarbeiter rausgehen und selbst voller Elan und Überzeugtheit sagen: „Bei uns ist es großartig – komm zu uns“ sagen – das ist unbezahlbar.

Und kann auf vielerlei Art ins Marketing und in die Rekrutierung einbezogen werden.

Hand aufs Herz – würden Sie bei sich selbst arbeiten wollen?

Die Gretchen-Frage für alle Unternehmer und Chefs, die meinen alle Leute sind nur noch faul und nur an Freizeit-Optimierung interessiert.

Würden Sie bei Ihnen als Mitarbeiter anfangen? Nein, nicht als Chef. Als Mitarbeiter.

So mancher Führungsstil hat nur funktioniert, weil es schlicht weniger Arbeitsplätze als Leute dafür gab. Nun ist die Situation aber grundlegend anders.

Jeder kennt wohl diesen Spruch: „Mitarbeiter verlassen keine Unternehmen, sondern Chefs.“

Wer das heute noch ignoriert, der hat es entweder schlicht nicht verstanden oder weiß vielleicht einfach nicht, wie er oder sie damit umgehen soll.

Selbst in den großen Küchen von Michelin 3-Sternern herrscht heute eine andere Atmosphäre als zu den Zeiten der großen, schreienden Chefs in Frankreich. Die dir dann vielleicht noch die heiße Pfanne in die Hand gedrückt haben.

Zusammenfassung

Das hier waren nur ein paar Punkte, die mir immer wieder auffallen. Vielleicht teilweise etwas direkt formuliert, aber ganz ehrlich: Es brennt, und es besteht akuter Handlungsbedarf!

Dabei geht es nicht nur rein um den aktiven Prozess des Recruitings – sondern viel mehr um ein attraktives Arbeitgeber-Branding.

Was machen Sie heute schon dafür?

by Juergen

Executive Consultant & Coach - High-Performance Management und die Kunst, schnell und effektiv das eigene Potential der Organisation auf den Boden zu bringen.

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