Das Ende der Strategie-Beratung?

Strategie aus der Box?

Warum Strategie-Theater stirbt – und echte Strategie überlebt!

Eine Künstliche Intelligenz, die auf Knopfdruck Strategien entwickelt?

Laut INSEAD’s Philip M. Parker ist genau das die Zukunft: „McKinsey in a Box“. Ein Algorithmus, der Managementdecks baut, Märkte analysiert und Wachstumsoptionen vorschlägt – in Minuten, statt in Monaten. Braucht es da noch Strategieberatung? Oder gar Strategie selbst?

Ich habe hier eine klare Meinung – die man als klassisches „Jein“ bezeichnen kann!

Denn was durch KI ersetzt wird, ist nicht Strategie. Sondern das, was viele dafür halten: Workshops ohne Wirkung, Folienschlachten ohne Klartext, Entscheidungen ohne Mut. Kurz: Strategie-Theater.

Was bleibt – und wichtiger denn je wird – ist echte Strategie.

Klar. Mutig. Risiko-bewusst. Und immer: eine bewusste Wette auf die Zukunft.

Was Strategie wirklich ist – und was nicht

Strategie ist kein Dokument. Keine Analyse. Keine PowerPoint-Präsentation.

Strategie ist eine Entscheidung. Ein emotionales Zielbild. Und zwar genau eines:

Wie wollen wir gewinnen – und wozu sagen wir bewusst Nein?

Alles andere ist Beiwerk. Wichtig, aber nicht entscheidend. Eine gute Strategie braucht keine 100 Seiten. Sie passt auf eine halbe. Und idealerweise in einen Satz.

In der Praxis sieht das oft anders aus. Da werden SWOT-Profile gepflegt, Portfoliomatrizen gezeichnet und Synergien durchgerechnet – aber die zentrale Frage bleibt unbeantwortet: Was ist unser einzigartiger Vorteil?

Gute Strategie beginnt dort, wo diese Frage nicht mehr umgangen wird. Sie benennt klar, was andere nicht tun können oder wollen – und worauf wir unseren Einsatz setzen. Nicht als Excel-Modell, sondern als unternehmerische Wette.

Denn genau das ist Strategie: eine fokussierte Entscheidung mit offenem Ausgang. Wer dabei versucht, das Risiko wegzuanalysieren, spielt kein Spiel mehr – sondern betreibt Selbsttäuschung.

Wer Strategie so versteht, braucht keine Show.

Nur Klarheit, Mut und Konsequenz.

Strategie-Theater: Warum so viele Unternehmen an der Oberfläche kleben bleiben

Strategie ist oft nur Fassade.

Da werden Beratungen beauftragt, Workshops angesetzt, KPI-Systeme aufgesetzt. Es entstehen Folien, Templates, Scorecards – und am Ende doch keine Entscheidung.

Statt mutiger Richtung: Wohlformulierte Beliebigkeit.

Statt Klarheit: Komplexität in Tabellenform.

Genau das ist Strategie-Theater.

Es wirkt professionell, liefert beeindruckende Dokumente – aber vermeidet die eine Frage, die zählt: Wofür stehen wir – und was lassen wir bewusst sein?

Eine Strategie ist und bleibt eine Wette auf die Zukunft – und das bedeutet automatisch ein Risiko! Das Strategie-Theater suggeriert uns eine nicht-vorhandene Sicherheit, und genau das ist zwar angenehm, weil man nachher immer sagen kann: „Ja die Berater haben gesagt…“.

Ich sehe das regelmäßig in der Praxis. Führungskräfte präsentieren Roadmaps mit 17 Handlungsfeldern, formulieren „ambitionierte Ziele“ und „agile Prinzipien“.

Doch wenn man sie fragt, worauf ihr Unternehmen konkret setzt – oder was es ab morgen nicht mehr tun wird – bleibt es still.

Strategie-Theater ist bequem. Es bietet die Illusion von Kontrolle. Aber es führt zu keiner Veränderung, keinem Fokus, keinem echten Fortschritt. Es beschäftigt alle – und bringt niemanden weiter.

Das Tragische daran: Man merkt es oft erst, wenn es zu spät ist. Wenn das Marktumfeld sich dreht, das Team überfordert ist oder Geld fehlt.

Dann zeigt sich: Es gab keine Strategie – nur Aktivität.

Wer heute an echter Strategie interessiert ist, muss diese Show enttarnen. Und sie abschaffen.

Der erste Schritt: Entscheidungen treffen, statt sie weiter zu vertagen.

KI in der Strategie: nützliches Werkzeug – aber keine Entscheidungsinstanz

Künstliche Intelligenz kann viel. Sie kann strukturieren, clustern, analysieren. Sie kann Markttrends erkennen, Wettbewerber auflisten und sogar Wachstumsoptionen simulieren.

Was sie nicht kann: Verantwortlich entscheiden und nach vorne „denken“!

Der INSEAD-Artikel spricht von „McKinsey in a Box“ – also einer KI, die komplette Strategie-Präsentationen erstellt. Und ja: Diese Tools existieren. Sie sparen Zeit, erzeugen Output, liefern Denkanstöße. Aber sie liefern keine Strategie.

Denn Strategie ist keine Output-Frage. Es geht nicht darum, ob dir ein Tool fünf Optionen aufzeigt. Sondern darum, welche Sie wählen – und welche Sie ablehnen. Das ist keine Rechenaufgabe, sondern ein Führungsakt.

KI kann inspirieren. Sie kann beispielweise helfen, Hypothesen zu schärfen oder Szenarien zu entwickeln. Aber sie wird Ihnen niemals abnehmen, worauf Sie Ihr Unternehmen ausrichten wollen – und wofür Sie sich intern rechtfertigen müssen.

Wer beginnt, strategische Entscheidungen an KI zu delegieren, trifft in Wahrheit gar keine Entscheidungen mehr.

Und ein CEO, der das nicht mehr tut, ist überflüssig.

Was C-Level wirklich tun sollte: Weg vom Theater, hin zur Verantwortung

Strategie ist Chefsache. Punkt.

Wer als CEO glaubt, Strategie sei delegierbar – an Berater, an Tools oder an KI – hat die Rolle verfehlt. Die zentrale Aufgabe jeder Unternehmensführung besteht darin, zu entscheiden, worauf man setzt. Und worauf nicht.

Das erfordert Mut. Denn jede echte Strategie ist ein Verzicht. Auf Sicherheit, auf Alternativen, auf Bequemlichkeit. Aber genau das unterscheidet Führung von Verwaltung.

Wer Verantwortung übernimmt, muss Dinge beenden, nicht nur neue Projekte anstoßen. Muss bereit sein, Teams zu verunsichern – bevor sie sich neu ausrichten können. Und muss klar kommunizieren, auch wenn es unbequem wird.

Ich rate jedem CEO, Gründer oder Geschäftsführer: Formuliere die Strategie in drei Sätzen. Ohne Slides. Ohne Buzzwords.

Wenn das nicht geht, hat man keine Strategie. Aber einen Haufen Arbeit – und viel davon kann sicher die KI übernehmen, berechtigterweise!

Fazit: Strategie lebt – wenn wir aufhören, sie zu imitieren

Strategie wird nicht durch KI ersetzt. Sie wird entlarvt.

Was verschwindet, ist das aufwendige Theater drumherum: Analysen ohne Konsequenz, Roadmaps ohne Richtung, Slides ohne Substanz. Und das ist gut so. Denn Unternehmen brauchen keine weiteren Templates – sie brauchen echte Entscheidungen.

Natürlich muss der gute Mr. Parker sein Unternehmen promoten – verstehe ich!

Aber: Strategie bleibt – aber nur, wenn sie wieder das wird, was sie sein soll: eine fokussierte Wette auf die Zukunft. Ohne Garantie. Aber mit Klarheit. Und mit Konsequenz.

Wer das erkennt, kann Tools wie KI sinnvoll nutzen – zur Vorbereitung, nicht zur Führung.
Und wer bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, wird in Zeiten des Wandels nicht ersetzbar. Sondern gebraucht.

Wenn Sie in Ihrem Unternehmen gerade spüren, dass viel passiert – aber nichts wirklich entschieden wird: Dann ist es Zeit, über Strategie neu nachzudenken.

Ich unterstütze gerne dabei.

 

by Juergen

Impulsgeber für ungenutztes Potenzial | Aus Mittelmaß wird Überlegenheit! Strategise, Innovate, Execute: Shape The Future. Deliver Results. Fast!

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